Ingwer: Nicht kaufen, selbst anpflanzen – so geht’s

Ingwer Zingiber officinale – Heilpflanze des Jahres 2018

Der Ingwerknolle werden einige heilende Eigenschaften zugeordnet. Abgesehen von seiner Heilwirkung bereichert Ingwer in verschiedener Form, als Würze oder als Curry oder Chutney, die Küche. Und, – es lässt sich aus der geriebenen oder in Scheiben geschnittenen Knolle ein köstlicher Tee aufsetzen, der bei Sommerhitze erfrischt, bei Winterkälte wärmt und gleichzeitig auch noch heilsame Wirkung hat. Dabei bevorzuge ich selbstverständlich Bio-Ingwer. Ingwer ist eine tropische Pflanze, die keinen Frost überlebt. Gekauft ist der Ingwer also um den halben Globus gereist. Vor einiger Zeit las ich über die Selbstanzucht von Ingwer. So lassen sich lange Transportwege vermeiden.

Bevor ich darüber schreibe, probiere ich es aus.

Um das tropische Knollengewächs selbst anzubauen eignet sich am besten die Kultur im Topf auf der Fensterbank. Verwendet wird der unterirdische Teil der Pflanze, der oft als Wurzel oder Knolle bezeichnet wird. Tatsächlich handelt es sich botanisch gesehen um ein Rhizom (Wurzelstock), das horizontal in der Erde wächst. Etwa acht bis neun Monate nach dem Einpflanzen kann der Ingwer geerntet werden.

Hinweis: Im Gegensatz zu den Kartoffeln ist Ingwer mit Austreiben nicht giftig. So kann man den Trieb mit einem kleinen Stück Knolle in die Erde setze, den Rest der Knolle kann problemlos noch verwendet werden.

Benötigt wird dafür:

  • Ingwer-Rhizom in Bioqualität
  • nährstoffreiche Pflanzerde
  • etwa 30 Zentimeter hohes Pflanzgefäß mit Wasserabzugslöchern
  • scharfes, sauberes Messer
  • viel Geduld

Anbau :

im zeitigen Frühjahr (ab Februar/März)

drei bis fünf Zentimeter langes Teilstück eines Ingwer-Rhizoms, jedes Ingwerstück muss mindestens ein Auge haben, über Nacht in ein Glas Wasser legen

Ingwerstücke mit den Augen nach oben locker in Blumenerde legen, flach mit Substrat bedecken, sodass ein Stück herausragt.

ein wenig gießen, damit die Erde feucht wird. Die Erde darf nie zu nass sein, damit das Rhizom nicht fault, austrocknen darf sie aber auch nicht.

Das Gefäß an einen hellen und warmen Platz stellen. Gut geeignet ist eine Südwest-Fensterbank. Die erste Zeit den Topf mit Klarsichtfolie bedecken, damit ein feucht-warmes Klima entsteht.

Bis das Rhizom zu keimen beginnt und sich ein Trieb zeigt, kann es einige Wochen dauern.

Ernte :

Pflanzzeit März – Ernte etwa im Oktober oder November

Bis zum Herbst entwickelt sich eine optisch an Bambus erinnernde Ingwerpflanze. Die Stiele werden nun nach und nach gelb.

Jetzt sollte die Pflanze erst nur noch wenig, dann gar nicht mehr gegossen werden.

Entweder man verwendet das gesamte Rhizom oder schneidet nur einen Teil für die Verwendung ab. Sofern sich Augen am verbleibenden Stück befinden, kann dieses, in frischer Erde, wieder eingegraben werden und an einem kühlen Ort mit einer Temperatur um die zehn Grad überwintern. Die Pflanze bis zum nächsten Frühling nicht gießen.

Pflanzenart aus der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae)

Hilft bei Verdauungsbeschwerden und zahlreichen Infekten, hilft bei Reisekrankheit und sonstiger Übelkeit, wirkt schmerzhemmend, beugt Erkältungen vor

Der Ursprung Wort „Ingwer“ liegt vermutlich im Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt „geweihförmig“. Die Ingwer-Knolle diente bereits im alten China als Heilpflanze. Konfuzius (551– 479 v. Chr.) soll sie stets bei Reisen gegen Übelkeit eingenommen haben.

Die fruchtige Schärfe des Ingwers ist auf die sogenannten Scharfstoffe Gingerole und Shogaole zurückzuführen. Zudem enthalten die Knollen ätherisches Öl, Vitamin C, Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor.

Die Laubblätter des Ingwer sind ungestielt und erinnern an Bambus.

Aus den knollenartig verdickten fleischigen Ingwer-Rhizomen bilden sich einjährige buschige 60 bis 100 Zentimeter hohe Triebe, aus denen die Blütenähren wachsen.

Neben dem Scheinstängel treiben aus den Rhizomen zapfenartige Blütenstände aus. Sie besitzen grüngelbe Hochblätter mit vielen Blüten aus Kelch- und Kronblättern. Die Staubblätter sind violett und duften angenehm süßlich. Die Früchte des Ingwers sind fleischige, beerenartige Kapseln.

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Ingwer-Sprösslinge – im März gesetzt
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