Holunder (Sambucus)

Kaum sind alle Samen und gekeimt und die Pflänzchen wachsen so vor sich und gedeihen (mehr oder weniger alleine, tatsächlich jedoch mit ein bisschen Pflege und nicht zu vergessen, wegen der anhaltenden Trockenheit, mit allabendlichen Wassergaben), beginnt auch schon die Erntezeit. Der Rhabarber ist bereits seit einigen Wochen dabei. Hinzu kamen die Erdbeeren. Nun blüht der Schwarze Holunder. Holunder, ein Name wie ein Märchen, in Norddeutschland oft auch als „Fliederbeerbusch“ und in Altbayern und Österreich als „Holler“ oder in der Schweiz und im Schwäbischen als „Holder“ bezeichnet.
Die kleinen Blütchen an den Dolden duften süß und lieblich. Einfangen lässt sich dieses Aroma im Holunderblütensirup.

Eine unmittelbarere Variante den Holunderblütengeschmack zu geniessen ist es, die Blütendolden mit den Kopf nach unten in Pfannkuchenteig zu tunken und zu braten. Yummy!

Die Herstellung von Holunderblütensirup ist recht einfach. Alleine das Grüne von den Blütendolden so weit wie möglich zu entfernen ist etwas zeitaufwendig. Vorher sollten die kompletten Dolden ausgeschüttelt werden, um kleine Insekten und trockene Pflanzenteile zu entfernen. Ausspülen ist möglich, jedoch geht dabei auch der Blütenstaub, also auch ein guter Teil des Blütenaromas verloren.
Zur Herstellung von Blütensirup nehme ich

20 Holunderblütendolden
2 Zitronen
2 kg Zucker
150 ml Zitronensaft (Konzentrat aus der Flasche)
oder 40g Zitronensäure in Pulverform
2 Liter Wasser

Zubereitung
Wasser, Zucker und Zitronensäure in einem Topf erhitzen, bis die Flüssigkeit klar ist.

Währenddessen über einem ca. 5 Liter fassendem Gefäß die Dolden so von den Blüten schneiden, dass möglichst wenig Grün an den Dolden bleibt. Die Zitronen in dünne Scheiben schneiden und über die Blüten geben. Das heiße Zuckerwasser über die Dolden gießen. Gut durchrühren, damit Dolden und Zitronenscheiben von der Flüssigkeit getränkt sind. Abkühlen lassen und das Gefäß verschließen. An einem kühlen Ort fünf Tage ziehen lassen, dabei immer wieder umrühren.

Nach fünf Tagen den Sirup filtrieren (z.B. durch ein Mulltuch oder Küchenhandtuch – die Flüssigkeit sollte möglichst klar sein) und zum Kochen bringen. Die kochende Flüssigkeit in heiß ausgespülte Flaschen füllen und die Flaschen sofort verschließen.

So abgefüllt ist der Saft bis zur nächsten Ernte haltbar. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.

Der Sirup kann zu Holunderblütengelee verarbeitet werden.

Enjoy!

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Ingwer: Nicht kaufen, selbst anpflanzen – so geht’s

Ingwer Zingiber officinale – Heilpflanze des Jahres 2018

Der Ingwerknolle werden einige heilende Eigenschaften zugeordnet. Abgesehen von seiner Heilwirkung bereichert Ingwer in verschiedener Form, als Würze oder als Curry oder Chutney, die Küche. Und, – es lässt sich aus der geriebenen oder in Scheiben geschnittenen Knolle ein köstlicher Tee aufsetzen, der bei Sommerhitze erfrischt, bei Winterkälte wärmt und gleichzeitig auch noch heilsame Wirkung hat. Dabei bevorzuge ich selbstverständlich Bio-Ingwer. Ingwer ist eine tropische Pflanze, die keinen Frost überlebt. Gekauft ist der Ingwer also um den halben Globus gereist. Vor einiger Zeit las ich über die Selbstanzucht von Ingwer. So lassen sich lange Transportwege vermeiden.

Bevor ich darüber schreibe, probiere ich es aus.

Um das tropische Knollengewächs selbst anzubauen eignet sich am besten die Kultur im Topf auf der Fensterbank. Verwendet wird der unterirdische Teil der Pflanze, der oft als Wurzel oder Knolle bezeichnet wird. Tatsächlich handelt es sich botanisch gesehen um ein Rhizom (Wurzelstock), das horizontal in der Erde wächst. Etwa acht bis neun Monate nach dem Einpflanzen kann der Ingwer geerntet werden.

Hinweis: Im Gegensatz zu den Kartoffeln ist Ingwer mit Austreiben nicht giftig. So kann man den Trieb mit einem kleinen Stück Knolle in die Erde setze, den Rest der Knolle kann problemlos noch verwendet werden.

Benötigt wird dafür:

  • Ingwer-Rhizom in Bioqualität
  • nährstoffreiche Pflanzerde
  • etwa 30 Zentimeter hohes Pflanzgefäß mit Wasserabzugslöchern
  • scharfes, sauberes Messer
  • viel Geduld

Anbau :

im zeitigen Frühjahr (ab Februar/März)

drei bis fünf Zentimeter langes Teilstück eines Ingwer-Rhizoms, jedes Ingwerstück muss mindestens ein Auge haben, über Nacht in ein Glas Wasser legen

Ingwerstücke mit den Augen nach oben locker in Blumenerde legen, flach mit Substrat bedecken, sodass ein Stück herausragt.

ein wenig gießen, damit die Erde feucht wird. Die Erde darf nie zu nass sein, damit das Rhizom nicht fault, austrocknen darf sie aber auch nicht.

Das Gefäß an einen hellen und warmen Platz stellen. Gut geeignet ist eine Südwest-Fensterbank. Die erste Zeit den Topf mit Klarsichtfolie bedecken, damit ein feucht-warmes Klima entsteht.

Bis das Rhizom zu keimen beginnt und sich ein Trieb zeigt, kann es einige Wochen dauern.

Ernte :

Pflanzzeit März – Ernte etwa im Oktober oder November

Bis zum Herbst entwickelt sich eine optisch an Bambus erinnernde Ingwerpflanze. Die Stiele werden nun nach und nach gelb.

Jetzt sollte die Pflanze erst nur noch wenig, dann gar nicht mehr gegossen werden.

Entweder man verwendet das gesamte Rhizom oder schneidet nur einen Teil für die Verwendung ab. Sofern sich Augen am verbleibenden Stück befinden, kann dieses, in frischer Erde, wieder eingegraben werden und an einem kühlen Ort mit einer Temperatur um die zehn Grad überwintern. Die Pflanze bis zum nächsten Frühling nicht gießen.

Pflanzenart aus der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae)

Hilft bei Verdauungsbeschwerden und zahlreichen Infekten, hilft bei Reisekrankheit und sonstiger Übelkeit, wirkt schmerzhemmend, beugt Erkältungen vor

Der Ursprung Wort „Ingwer“ liegt vermutlich im Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt „geweihförmig“. Die Ingwer-Knolle diente bereits im alten China als Heilpflanze. Konfuzius (551– 479 v. Chr.) soll sie stets bei Reisen gegen Übelkeit eingenommen haben.

Die fruchtige Schärfe des Ingwers ist auf die sogenannten Scharfstoffe Gingerole und Shogaole zurückzuführen. Zudem enthalten die Knollen ätherisches Öl, Vitamin C, Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor.

Die Laubblätter des Ingwer sind ungestielt und erinnern an Bambus.

Aus den knollenartig verdickten fleischigen Ingwer-Rhizomen bilden sich einjährige buschige 60 bis 100 Zentimeter hohe Triebe, aus denen die Blütenähren wachsen.

Neben dem Scheinstängel treiben aus den Rhizomen zapfenartige Blütenstände aus. Sie besitzen grüngelbe Hochblätter mit vielen Blüten aus Kelch- und Kronblättern. Die Staubblätter sind violett und duften angenehm süßlich. Die Früchte des Ingwers sind fleischige, beerenartige Kapseln.

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Ingwer-Sprösslinge – im März gesetzt

Kräutertees – erfrischend, gesund und lecker

Wegen der anhaltenden Trockenheit bei uns im hohen Norden, mit Sonnenschein und Temperaturen wie im Hochsommer, und das im Mai!, wässere ich jeden Abend 2 Stunden lang unseren Garten mit dem Gartenschlauch. Die Pflanzen danken es mit kräftigem Wachstum und sattem Grün.

Unseren Durst stillen wir mit selbstgemachtem Kräutertee aus frischen Gartenkräutern. Gerne Pfefferminze, Minze und Zitronenmelisse. Das ist easy und schmeckt lecker!

Einfach ein paar Stengel des gewünschten Krautes pflücken. So wie sie sind in eine Kanne hängen und heisses, nicht mehr kochendes, Wasser aufgiessen. Das Wasser sollte nicht mehr kochen, da sich ansonsten die wertvollen ätherischen Öle verpflüchtigen.

Ich werfe manchmal noch 2 Kandis/Kanne (1-1,5L) mit hinein. Dann bekommt der Tee eine leichte Süsse. Wahlweise kann der Aufguss nun warm oder kalt genossen werden.

Für den Transport bei Ausflügen oder zur Arbeit kann das Getränk in Flaschen abgefüllt werden.

Kräutergarten

Zitronenmelisse Melissa officinalis 
Gewürz- und Arzneipflanze
Zitronenmelisse ist verwandt mit der Minze und enthält neben der erfrischenden eine zitronige Note. 
Das Kraut hat seinen Namen aufgrund seines intensiven Zitronenduftes. Zitronenmelisse ist eine Verwandte der Minze. 
Ihre Heimat liegt im Vorderen Orient und sie wird heute vor allem in Deutschland, Italien und den Balkanländern angebaut. 
Erntezeit ist von Juni bis Oktober. Nach der Ernte können die Blätter getrocknet und luftdicht aufbewahrt werden. 
Getrocknet ist sie auch in Kräuterläden erhältlich. 
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Pfefferminze Mentha x piperita
Die Pfefferminze wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2004 gekürt. 
Als Heilpflanze bildet einen angenehmen Blatt- und Blütenduft und punktet mit ihrer Vielseitigkeit in der Küche und durch robustes, 
unkompliziertes Wachstum. Sie entstammt der Gattung der Minzen. 
Es gibt zahlreiche wildwachsende Minzen-Arten, die in Europa heimisch sind.
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Echte Katzenminze Nepeta cataria
Auch Katzenmelisse genannt. Die Katzenminze ist in Mitteleuropa seit Mitte des 18. Jahrhunderts verwildert und kommt heute zerstreut an Hecken, auf Schuttplätzen und Weg- bzw. Straßenrändern vor.Im 15. Jahrhundert verwendete man die frischen Blätter zum Würzen von Fleisch. Die Volksmedizin schreibt ihm Linderung bei Erkältung, Grippe und Magenverstimmung zu, er gilt als fiebersenkend und schweißtreibend, krampflösend, entgiftend, harntreibend und leicht euphorisierend. Ebenso wurde der Tee als Sedativ genutzt. Er soll auch bei chronischer Bronchitis helfen und aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften Infektionen vorbeugen. Studien in den 1970er-Jahren zeigten, dass er eine beruhigende Wirkung besitzt. Vor dem Essen wirkt er appetitanregend, nach dem Essen verdauungsfördernd. Diese Wirkung wird von dem psychoaktiven Alkaloid Actinidin und den verschiedenen ätherischen Ölen verursacht. Früher wurden die Blätter auch gegen Zahnschmerzen gekaut. Aus den frischen Blättern kann ein Tee (genauer ein Heißwasserextrakt) zubereitet werden. Für einen lagerfähigen Tee werden Blätter und Blüten in der Zeit zwischen Juli und August geerntet und an der Luft bei Raumtemperatur getrocknet. 
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Borstiger Dost/Pizza-Oregano Origanum vulgare ssp. hirtum
polsterbildende Staude, Gewürzpflanze mit sehr intensivem Duft
Andere Namen: Wilder Majoran, Gewöhnlicher Dost (Wildform) oder Griechischer Oregano.
Der Pizza-Oregano ist ein sehr beliebtes und äußerst schmackhaftes Gewürz in der mediterranen Küche.
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Echter Apotheker-Baldrian Valeriana officinalis
ist nicht nur in Europa, sondern durch seine anpassungsfähige Lebensweise in Teilen Asiens sowie in Australien und Amerika heimisch.
Valeriana officinalis ist, aufgrund der zahlreichen wirksamen Inhaltsstoffe, in der Medizin zu einer kleiner Berühmtheit aufgestiegen. Bereits in der Antike waren die Wurzeln des Baldrians ein begehrtes Arzneimittel. Die Heilpflanze beschwichtigt Nervosität und innere Unruhe und wirkt zudem schlaffördernd.
Winter-Bohnenkraut/Berg-Bohnenkraut Satureja montana
ist in Südeuropa beheimatet, fehlt jedoch auf den dortigen Inseln. Auf der Balkanhalbinsel ist es besonders formenreich vertreten. In Mitteleuropa kommt es selten verwildert vor.
Geschmack strenger als der des Sommer-Bohnenkrauts (Satureja hortensis). Dient zur Gewinnung des ätherischen Öls in Reinform, Saturejae Aetheroleum und auch als Volksarzneipflanze.
Als Zierpflanze in Steingärten, sowie als Bienenfutterpflanze genutzt. Diese Art ist seit spätestens 1562 in Kultur.
Das Winter-Bohnenkraut wird in Mischkultur mit Bohnen angebaut, um Samenkäfer zu vertreiben. Mit Rosen wird es angebaut, um Mehltau und Blattläuse zu vertreiben.

 

Absinth / Echter Wermut Satureja montana Artemisia absinthium
Duftende Blätter und Blüten. Seit der Antike eine bekannte und beliebte Staude im Garten. Blätter sind weiß-silbrig gefärbt, fiederartig und weich. Die Blätter verströmen ihren absolut aromatischen Duft, genau wie die Blüten. Diese zeigen sich von Juli bis September in blassgelben Rispen. 
Absinth ist mit dem Beifuss sowie Estragon verwandt und ist vor allem für das Würzen von Fleischgerichten oder als Beigabe für Wermutwein beliebt. Er schmeckt ausgesprochen bitter. Als Heilpflanze wird er heutzutage noch verwendet. Er wirke margenstärkend, verdauungsfördernd, entzündungshemmend und sei gut für Leber und Nerven.
Frisch oder getrocknet, in sparsamer Menge zum Mitkochen bei Kräutersuppen, Hammel oder Eisbein. Im Gemüsebeet gepflanzt, bietet er Schutz vor schädlichen Insekten. Auszüge aus Wermut sollen angeblich ein umweltschonendes Mittel gegen Blattläuse sein.

 

Schnittlauch Allium schoenoprasum
auch Graslauch, Binsenlauch, Brislauch, Grusenich, Jakobszwiebel oder Schnittling genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium). 
Der Schnittlauch ist von den Mittelbreiten bis in die borealen wie subarktischen Zonen, mit Häufung in alpinen Höhenstufen der Hochgebirge der Nordhalbkugel, verbreitet.
Schnittlauch wird als Gewürz verwendet und ist eine häufig vorkommende Kulturpflanze.
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Hummelweide
Petersilie Petroselinum crispum
in Österreich und Altbayern auch der Petersil, in der Schweiz Peterli, weitere Namen Peterle, Peterling, Petergrün oder Silk (früher auch Felsensilge)
Die Blätter der Petersilie werden als Gewürzkraut meist roh oder nur kurz erhitzt verwendet, da sie sonst ihr typisches Aroma verlieren, und stellen einen festen Bestandteil verschiedener Mittelmeerküchen dar.
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Liebstöckel Levisticum officinale, 
auch Maggikraut, Lavas oder Lus(t)stock, in der Steiermark vor allem Nussstock
Geschmacksähnlichkeit der Maggi-Würze mit Liebstöckel; Maggi-Würze enthält aber keinen Liebstöckel. 
Die ganze Pflanze riecht aromatisch. Die Früchte reifen zwischen August und September. Die frischen Liebstöckelblätter finden Verwendung als Gewürz, z. B. für Suppe, Eierspeise, Eierschwammerl (Pfifferlinge) oder andere Pilzgerichte. Der Geschmack erinnert an den von Sellerie, ist aber schärfer und bitterer. Feingehackte Blätter können zum Würzen von Suppen, Salaten, Obatztem und Eintopfgerichten verwendet werden.
Die getrockneten Samen können bei der Zubereitung von Eintöpfen und Braten als Würze verwendet werden. Auch sind die Früchte als aromatisierende Komponente für Käsegerichte, Brot und Gebäck zu verwenden. 
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Echter Salbei Salvia officinalis
Die Pflanze duftet aromatisch. 
Diese immergrüne Gewürz- und Heilpflanze stammt aus dem Mittelmeerraum, ist mittlerweile in ganz Europa verbreitet. 
Die Verwendung von Salbei als Heilmittel hat eine lange Tradition. Die Anwendung als Heilpflanze, deren Name Salbei (entlehnt von lateinisch "salvia") auf lateinisch "salvus" (ganz, heil, gesund) beruht, geht bis in die Antike zurück. Als Gewürz hielt er im Mittelalter Einzug in unsere Küche. 
Das Gewürz wird für Fleischgerichte, Wild, Geflügel, Würste, Fischgerichte und Kräuterkäse benutzt. Besonders zu fetten Speisen passt Salbei gut, denn er fördert die Bekömmlichkeit schwerer Kost.
In vielen Ländern, so z. B. in der Türkei, ist Salbeitee ein traditionelles Getränk. Die Blüten des Salbeis sind eine hervorragende Bienenweide.
Traditionell ist die antivirale, bakterien-, entzündungshemmende sowie adstringierende, d. h. zusammenziehende Wirkung des Echten Salbeis bekannt.
Der Echte Salbei wirkt etwa bei Halsschmerzen als Kräutertee oder gegen übermäßiges Schwitzen. 
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Muskatellersalbei Salvia sclarea
auch Muskat-Salbei, Römischer Salbei, Scharlei, oder Scharlauch genannt
Die drüsig-klebrige Pflanze verströmt einen gewürzartigen Duft.
Der Muskatellersalbei kommt vom Mittelmeerraum bis Zentralasien vor. Er besiedelt Felshänge, Wälder, Felder und Wegränder bis in Höhenlagen von 2000 Meter. 
Er wird selten als Zierpflanze in Staudenbeeten kultiviert. Er wird als Heilpflanze und Gewürz genutzt. Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. 
Die Wirkung vom Muskateller-Salbei ähnelt in Einigem der des Echten Salbeis. Durch seinen Gehalt an Sclareol hat er auch hormonartige Wirkungen.
In der griechischen und römischen Antike wurde er bei Kopfschmerzen eingesetzt. Blätter und Blüten können roh oder gegart gegessen werden. Die Blüten werden zur Aromatisierung von Wermutweinen verwendet, früher wurden sie auch anderen Weinen zugesetzt. 
Die Blüten des Muskatellersalbeis sind zugleich eine gute Bienenweide.
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Thymian Thymus 
oder Quendel
Im antiken Griechenland diente Thymian als Zusatz zu Räuchermitteln, mit denen man eine Anregung von Geist und Gemüt erzielte. Im Mittelalter wurde Thymian bereits als wertvolle Heilpflanze genutzt, zum Beispiel bei Asthma oder Atemnot.
Verwendung finden Arten der Gattung Thymus als getrocknete oder frische Küchenkräuter.
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Zitronenthymian Thymus x citriodorus
Würzig duftend mit einem Hauch von Zitrone - als Gewürz- und Kräuterpflanze bis hin zum begehbaren Grasersatz.
Ursprünglich entstand der Zitronenthymian aus einer Kreuzung von Feld-Thymian und Echtem Thymian. Der Zitronen-Thymian wird mindestens seit dem 16. Jahrhundert in mediterranen Regionen als Gewürz-, Kräuter- und Heilpflanze kultiviert. Wie der Echte Thymian ist auch der Zitronenthymian reich an ätherischen Ölen. Dazu gehören 0,5 Prozent Thymol, das den typischen Thymian-Geschmack ausmacht. Dazu kommen bis zu 60 Prozent des keimtötenden Geraniols und natürlich Citral, welches für den zitronenenähnlichen Duft verantwortlich ist.
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Rosmarin Rosmarinus officinalis
Er besitzt einen intensiven Geruch und leicht bitteren sowie harzigen Geschmack, der zu unzähligen Gerichten passt. Die beste Erntezeit ist vor der Blütenbildung, da die Blätter zu diesem Zeitpunkt das kräftigste Aroma haben.
Ein zubereiteter Tee wirkt lindernd bei Blähungen und bei der Unterstützung von Kreislaufproblemen. In der Volksmedizin wird der Rosmarin vielfältig eingesetzt. Ein guter Muntermacher bei Jung und Alt bei Erschöpfungs- und Ermüdungsanzeichen. Außerdem ist der Alleskönner durchblutungsfördernd und krampflösend.
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Waldmeister Galium odoratum
auch Wohlriechendes Labkraut genannt.
Waldmeister wird als Heil- und Würzpflanze verwendet. Blütezeit reicht je nach Standort von April bis Mai oder Juni. In welkem und trockenem Zustand setzen die Pflanzen Cumarin frei, das den charakteristischen Waldmeistergeruch verursacht. Der Waldmeister kommt von Nord-, Mittel- und Osteuropa bis in den asiatischen Teil der Türkei, Kaukasus und Kasachstan sowie in Westsibirien, Altai, im nordwestlichen Afrika, China, Japan und Korea vor.
Waldmeister wird als Würzpflanze, etwa zur Herstellung von Bowle, Eiscreme oder Sirup verwendet. Er wird als Mottenbekämpfungsmittel, Volksarzneipflanze und in der Homöopathie eingesetzt. Waldmeister wirkt gefäßerweiternd, entzündungshemmend und krampflösend. Die Droge, das vor der Blüte gesammelte und getrocknete Kraut, heißt herba Asperulae odoratae oder Galii odoratae herba. Waldmeister soll als Mittel gegen dämonische Kräfte verwendet worden sein. In Posen wurde Kühen, die nicht fressen wollten, Waldmeister mit etwas Salz gegeben. Hexen ließen sich angeblich durch eine Mischung von Waldmeister, Johanniskraut und Härtz Bilgen (Mentha pulegium) vertreiben.
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Zitronenpelargonie Pelargonium citriodorum
verströmt einen unverkennbaren, citronellartigen Duft, der die positive Eigenschaft hat, lästige Stechmücken fernzuhalten. Ihr Duft bleibt auch beim Trocknen fast völlig erhalten, so dass man die getrockneten Blätter in Stoffbeuteln verpackt auch gut zwischen die Wäsche im Schrank legen kann. Auch zum Räuchern geeignet.
Medizinische Heilkraft: Schwäche, Magendarmkatarrh, Blutungen, Hautbeschwerden, Verletzungen, Neuralgie, Racheninfektionen
Duftpelagonien enthalten große Mengen an ätherischem Öl, vor allem das Geraniol. Die Blätter der Zitronengeranie verleihen Salaten und Soßen eine intensive Zitronenwürze.
Die Blätter der Zitronengeranie können das ganze Jahr über geerntet werden. Es werden immer nur so viele Blätter geerntet, dass die Pflanze dabei nicht in ihrem Wachstum behindert wird.
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Lecker, Lecker: Gundermann-Rhabarber-Marmelade

Zur Abwechslung mal ein Rezept. Beim Durchblättern eines Buches über Wildkräuterbestimmung stolperte ich über den Gundermann. Auch

Echt-Gundelrebe, Gundelrebe oder Erdefeu genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Bei uns wächst er überall wild im Garten. Im Gartenhandel wird das Kraut auch angeboten. So wie nebenbei auch Brennesseln, Löwenzahn und sogar der Giersch, von deren Anschaffung ich allerdings jedem Gärtner abraten möchte: wuchern alle und können nur mit sehr viel Aufwand im Zaum gehalten werden.

Gundermann (Glechoma hederacea) wächst an Wiesen- und Wegrändern, Rasen und Ufer. Die Staude ist 10 – 40 cm hoch und blüht von April bis Juni. Die lilablauen Blüten sind locker am Stängel angeordnet. Die herzförmigen Blätter, am Rand deutlich wellig eingebuchtet, duften beim Zerreiben aromatisch. Obere Blätter sind rötlich.

Gundermann ist ein Würzkraut mit einem ganz eigenen, unverwechselbaren Geschmack. Wegen seines hohen Gehalts an ätherischen Ölen sollte es sparsam und tatsächlich nur als Würze verwendet werden. Er passt gut als Würze in Salate, Suppen, Quarks, Smoothies, Omeletts, Süssspeisen und Bratlinge und dient zum Aromatisieren von Apfelsaft, Bowle, Likören und Schnäpsen. Ausserdem enthält er Gerbstoffe, die wundheilend und zusammenziehend wirken. Da er im Frühjahr zeitgleich mit dem Rhabarber in unserem Garten erscheint, hier ein Rezept für:

Gundermann-Rhabarber-Marmelade

500g frischen Rhabarber schälen und grob zerkleinern, mit 1 Tasse Wasser und 250g Gelierzucker (2:1) aufkochen. 3 Stängel Gundermann mit Blüten und Blättern hineingeben und nochmals kurz aufwallen lassen. Noch heiß in heiß ausgewaschene Gläser füllen und fest verschliessen. Die Gundermann-Triebe können in den Gläsern verbleiben, dürfen aber nicht oben rausgucken, sonst schimmeln sie. Schmeckt auch gut auf Pfannkuchen.

Tomaten – Jungpflanzen in Licht und Luft

Die Tomaten sind nun in ihr Sommerquartier umgezogen. Viele der von mir ausgewählten Sorten sind Freiland-Tomaten: „Johannistraube“ und „Schmucktomate“ sind Wildtomaten mit kleinen Früchten, „De Berao“ eine historische Sorte aus Irkutsk (Russland) kann über 3 m hoch werden, „Sunviva“, eine aromatische süß-saftige Cocktailtomate mit leuchtend gelben Früchten, ist robust und zeigt gegen Kraut- und Braunfäule eine Resistenz, pflanzte ich in Kübel, je nach Sorte 5 – 10 Liter. Die Erde hatte ich bereits Wochen vorher mit Kompost angereichert. Als die Container voll waren gingen die übrigen Pflanzen ins Beet. Die Johannistraube blüht schon seit einiger Zeit und trägt bereits zaghaft Früchte.

Die Sorten „Goldene Königin“, eine alte und sehr schmackhafte Sorte, und „Green Zebra“, trägt Früchte mit gelblich mit grünen Streifen, bekamen Plätze in den Tomatenhäusern. Auch hier habe ich im voraus Kompost in den Boden eingearbeitet. Um die Pflanzen häufelte ich die Erde etwas an und zog Gräben drumherum. In der angehäufelten Erde bilden die Stämme neue Wurzeln und fördern so eine bessere Standfestigkeit und Nährstoffaufnahme. Beim bodennahen Gießen sammelt sich das Wasser in den Gräben und versorgt so die Pflanzen mit reichlich Flüssigkeit. Ausserdem binde ich jede einzelne Pflanze in den Pflanzhäusern hoch. Die Kordel wird nur locker am Pflanzenstiel befestigt, denn der wächst ja mit der Pflanze mit und kann recht dick werden. Hin und wieder kann die grösser werdende Pflanze nun in das oben befestigte Seil gedreht werden und hat so hinreichend Stütze bis sie ausgewachsen ist.

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Tomatenhaus/ Folien-Gewächshaus : Preis vs Nachhaltigkeit

Auch wenn die Tomaten erst nach der Kalten Sophie nach Draussen ziehen, gab es einen guten Grund die Tomatenhäuser bereits jetzt aufzustellen. Mit voranschreitendem Jahr und steigenden Temperaturen weiss ich doch nicht, wieviel Zeit mir der Job Mitte Mai noch lässt. Letztes Jahr habe ich nach gründlicher Recherche ein Folien-Gewächshaus mit Pultdach (190 x 170 x 80) im Fachhandel erstanden. Preis: 49,99 EUR. Es hat sich im letzten Sommer bereits im Kleingarten bewährt: viel Regen und Wind in 2017 so gut wie unbeschadet überstanden. Lediglich ein Halteseil musste ersetzt werden.
Im letzten Jahr züchtete ich, ziemlich erfolgreich und ausschließlich, Tomatenpflanzen der Sorte Harzfeuer. In diesem Jahr experimentiere ich nun mit verschiedenen Sorten, u.a. alte Sorten und Wildtomaten. Da ich nicht erwartete, dass alle Samen austreiben würden, säte ich fleissig aus. Lediglich drei Samen wollten nicht aufgehen und so habe ich jede Menge Pflänzchen, die einen Sommerplatz benötigen. Mit Voraussicht lies ich mich im ersten Viertel 2018 von einem Sonderangebot locken: bei einem Discounter wurde ein Foliengewächshaus (200 x 170 x 77) angeboten. Preis: 24,95 EUR.
Nach dem Aufbau beider Häuser lässt sich feststellen, bereits beim Materialvergleich schneidet das hochpreisigere Gewächshaus wesentlich besser ab: sowohl das Gestänge als auch die Folie macht einen deutlich robusteren Eindruck. Die Stangen des Fachhandel-Hauses, die hier mit einem speziellen Stecksystem durch ineinander stecken aufgebaut werden, machen einen stabileren Eindruck, als die des Discounter-Hauses, die durch Plastikverbindungen zusammengesteckt werden. Auch die PE-Gewebefolie wirkt beim  49,99 EUR-Folienhaus hochwertiger, ist dicker und mit Doppelnähten genäht und kann im Fachhandel einzeln nachgekauft werden (Nachhaltigkeit). Es wird noch ein paar Jahre durchhalten. Beim 24,95 EUR-Gewächshaus fiel gleich eine sich bereits auflösende Seitennaht auf. Ausserdem wurde bei dem günstigen Haus tatsächlich eine komplette Naht am Seitenfenster vergessen. Es macht den Eindruck allenfalls für eine Saison hergestellt zu sein. Nachdem es aber bereits steht, es auch nicht mehr im Angebot des Supermarktes ist, wird es nicht mehr umgetauscht/zurückgebracht.  Ich lerne aus der Erfahrung, nie wieder ein Billig-Gewächshaus.

Fazit: mehr Geld ausgeben ist ratsam.

There ain’t no such thing as a free lunch.

Beeteinfassung

Heute fing ich mit der Beeteinfassung an. Zu der Idee wurde ich von einem anderen Gartenfreund inspiriert. Dafür sammele ich kleine Flaschen und Gläser, die sonst in die Glascontainer kämen, und setze diese dann mit dem Boden nach oben an den Beetrand und grabe sie bis zum Boden ein.  Dabei entsteht eine individuelle Beeteinfassung, die minimal invasiv ist, sich jederzeit ändern lässt und meinen eher unkonventionellen Charakter unterstreicht. 180430_Beeteinfassung-1_web

Zwischendrin – Die Bärlauchernte

Nachdem nun die Beete für diese Gartensaison angelegt sind, einige Pflanzen bereits schon spriessen, habe ich nun Zeit für andere Dinge. Zum Beispiel Bärlauch am Waldrand sammeln und für später küchenfertig einfrieren. Da unser Gehöft unmittelbar am Waldrand liegt, wächst der Bärlauch an unserer Grundstücksgrenze. Zum Sammeln muss ich also nicht weit gehen. Bei uns im Norden blühen die meisten Pflanzen etwas später. Die Ostsee ist noch kühl vom Winter, so kann sich der Wind über dem Wasser – noch nicht – aufwärmen. Aber dafür können wir den Bärlauch auch etwas länger ernten.

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Denn Bärlauch hat vor der Blüte den intensivsten Geschmack. Geerntet werden können auch die Blütenknospen. Sie sind etwas feiner im Geschmack, können genauso auf’s Brot, in die Sosse, in den Salat, manche verwenden sie wie Kapern, whatever. Sobald er blüht kann er zwar noch geerntet werden, die Blüten haben ebenso einen leichten Bärlauchgeschmack und verschönern den Salat, aber der Geschmack ist nicht mehr so intensiv und daher wird er ab der geöffneten Blüte in Ruhe gelassen. Es gibt immer wieder Meldungen über Verwechslungsgefahr mit giftigen Maiglöckchen. Jedoch ist Bärlauch ziemlich einfach und eindeutig am Geruch zu erkennen: Knoblauch. Zum Einfrieren schneide ich die Bärlauchblätter klein, so dass ich sie später wie andere Kräuter in der Küche gebrauchen kann. 180430_Bärlauch_web

Der letzte Schliff

Bevor meine vorgezogenen Pflänzchen nach der Kalten Sophie (15.05., Achtung: in manchen Jahren kann es aber noch eine Woche später sehr kalt werden) in den Garten ziehen habe ich die Rankhilfen nun verstärkt und begradigt. Beholfen habe ich mir mit Gartenkordel und den bewährten Bambusstangen unserer Bambusgräser vom vergangenen Jahr.

Ausserdem bekam das Stangenbohnen-Tipi eine Fadenspannung als Rankhilfe.