Quarkstollen – nice and easy

Am 06.11.2018 hab ich mir beim Pflücken der letzten Spät-Äpfel (Sorte Ontario) die Schulter gebrochen. Voller Ehrgeiz diese Aufgabe noch an diesem Nachmittag vor Sonnenuntergang zu erledigen, um diese so ein für allemal in diesem Jahr erledigt zu haben, war ich auf die oberste Stufe der A-Leiter geklettert um an die obersten Früchte zu gelangen. Das ging so lange gut, bis ich mit dem Stoffbeutel voller Äpfel in der linken Hand, mit der rechten an einem Ast festhaltend hinabsteigen wollte. Beim ersten Schritt auf die nächste Stufe kippte die Leiter komplett nach vorne weg und ich fiel ungebremst aus ca 1,50 m auf den Gartenboden. Aus den Augenwinkeln sah ich meinen linken Arm in einem seltsamen Winkel nach oben fliegen, und er lag ebenso ungewöhnlich neben mir auf dem Boden. Glücklicherweise schaffte ich es geistesgegenwärtig meinen Arm mit der rechten Hand an meinen Körper zu legen, bevor der Schmerz einsetzte. Der komplette linke Arm war wochenlang in einem Verband ruhig gestellt und ist bis Weihnachten und darüber hinaus nur nach und nach vorsichtig belastbar.

Lange Vorgeschichte kurz gemacht um zu erklären, warum es mir in diesem Jahr unmöglich ist einen Weihnachtsstollen selbst herzustellen. Der Butterstollen aus der Bäckerei war zwar ok, besser als das Backwerk aus dem Supermarkt, aber leider sehr süß.

Auf der Suche nach einem Rezept mit möglicher Einhand-armbedienung stiess ich auf den Quarkstollen.

Tatsächlich liessen sich die Zutaten einfach verarbeiten und der rohe Teig wiederum lässt auf ein leckeres Ergebnis hoffen. Der Stollen ist nun gut verpackt und zieht bis 24.12. durch.

Quarkstollen

200 g Margarine, 2 Eier, 100 g Zucker, eine Prise Salz, 1 Päckchen Vanillezucker, abgeriebene Schale einer Zitrone, 250 g Quark, 400 g Mehl, 1 Päckchen Backpulver, je eine Handvoll Rosinen und gehackte Mandeln, ein guter Schuss brauner Übersee-Rum, je nach Geschmack 50 bis 100 g geschmolzene Butter und Puderzucker zum Bestäuben

Zucker, Margarine, Eier und Gewürze gut schaumig schlagen, den Quark untermischen. Mehl mit Backpulver sieben und zusammen mit den Rosinen, Mandeln und dem Rum in die Masse kneten.

Mit angefeuchteten Händen einen Stollen formen, da er etwas in die Breite geht, sollte man ihn eher schmaler halten. Auf ein mit Bachpapier bedecktes Backblech legen.

Im vorgeheiztem Backofen bei 170 Grad Ober- und Unterhitze 40 – 45 Minuten backen.

Noch heiß mit geschmolzener Butter einstreichen und dick mit Puderzucker bestäuben. Kalt gestellt und gut verpackt lagern.

Quarkstollen
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Feigenblattkürbis, auch Cayote genannt

Der Feigenblatt-Kürbis (Cucurbita ficifolia), auch Cayote genannt, seinen Namen hat dieser Kürbis aufgrund der Form der Blätter, die den Feigenblättern ähnlich sehen. Er stammt aus den Bergländern Perus, wo er vor gut 5000 Jahren in Kultur genommen und bis in Höhen von bis zu 2600 Metern angebaut wurden.
Sein Aussehen ist dem der Wassermelone zum Verwechseln ähnlich.
Um optimal wachsen zu können muss der Feigenblatt-Kürbis viel gewässert werden bzw. in einer Region wachsen, in der es regelmäßige Niederschläge gibt.
Diese Kürbisart kann angepflanzt werden um, Schädlinge von anderen Pflanzen fernzuhalten.
Pflanzt man diese Kürbissorte als Unterlage von Gurken, Bohnen, Mais etc. an, kann dadurch auf relativ einfache Weise Parasiten von diesen Gemüsepflanzen ferngehalten werden.

Blüte Feigenblattkürbis

Blüten, kurze Sprosstriebe und unreife Früchte der Feigenblattkürbisse werden gekocht als Gemüse verzehrt.

Die jungen Früchte werden im September geerntet.
Die reifen Früchte erntet man dann im Dezember oder Januar.

Unter der sehr harten Schale befindet sich süßes Fruchtfleisch. Dank dieser Schale können die sehr spät reifenden Kürbisfrüchte bis zu zwei Jahre lang gelagert werden.
Der Feigenblattkürbissfleisch hat kein herausragendes Aroma, aber durch seine Süße ist sein Fruchtfleisch für Süßigkeiten, süße Speisen, Kompott, Obstsalate und Marmeladen besonders geeignet und auch für Getränke, z.B. Smoothies. Aus dem Fleisch wird in Mexiko, Asien und Spanien/Katalanien eine Süßspeise („Engelshaar / Cabell d’angel“) hergestellt.

Cabell d’angel

Die Kerne der Feigenblattkürbisse ergeben geröstet eine Knabberei!

Aussaat, Anbau und Pflege

Der Feigenblattkürbis ist eine äußerst robuste alte Kürbissorte, die 2-5 kg schwere Früchte mit hervorragender Lagerfähigkeit (bis zu 2 Jahre) trägt. Er kann über 20 Meter lange Ranken bilden und erklimmt auch sehr hohe Rankgitter und Rankpyramiden ohne Probleme.
Der Feigenblattkürbis ist eine einjährige Pflanze, die einen warmen, sonnigen Standort bevorzugt. Vorkultur im Haus oder Gewächshaus ab März (2 cm Saattiefe), im April nach den letzten Frösten geschützt auspflanzen und bei Bedarf mit einem Rankgitter versehen. Abstand der Pflanzen ca 80 cm. Wuchshöhe der Pflanzen ca. 50-100 cm.
Ranken von einer Länge bis zu 27 m sind möglich und auch ein Wachstum in einer Höhe von 11,50 m.
Gewicht: 2 – 5 kg; Fruchtfleisch: sehr fasrig, fruchtig, astringierend und süss
Reifezeit: ca. 120 Tage.

Ernte: September – Januar

Branston Pickle aka Ploughman’s Pickle – Katharina’s Own

Hier kommt ein Überraschungsrezept, für mich. In der Tat wäre ich wahrscheinlich nie darauf gekommen, hätte ein Gast nicht sein Buch hinterlassen. In dem Roman lässt der Autor seine Hauptfigur von diesem Pickle naschen.

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Pickle: süss-sauer eingelegtes Gemüse

Im Web kann folgendes nachgelesen werden.
Erstmals hergestellt wurde es 1922 in Burton-upon-Trent am Stadtrand von Branston von Crosse & Blackwell. Nach einigen Firmenwechseln hat sich die ursprünglich Rezeptur mit knackigen Gemüsestücken hin zu einer breiartigen Konsistenz entwickelt.

Branston Pickle ist eins der am meisten verbreiteten Pickles in Grossbritannien.
Es wird normalerweise mit frischen knusprigem Weissbrot, Salat und Käse, – Ploughman’s Lunch, einer häufigen Mahlzeit in englischen Pubs -, serviert. Lecker auch zu Fleisch oder einfach pur auf’s Brot.
Bei meiner Rezeptrecherche im Internet fand ich ausschliesslich Branston Pickle-Rezepte in englischer Sprache. Die britischen Geniesser beklagten die Rezepturänderung beim kommerziellen Produkt von einst knackig hin zu „Babybrei“ und experimentieren an der Perfektionierung ihrer eigenen Rezepte. Ich habe mir aus meiner Recherche-Auswahl das überzeugendste Rezept herausgesucht und selber noch ein wenig variiert.
Ich liebe es zu wissen, was in Produkten drin ist, wähle die Zutaten mit Bedacht und, nicht zuletzt, kann zu Weihnachten tolle DIY-Geschenke präsentieren.
Die erste Kostprobe ist auf jeden Fall vielversprechend. Es wird empfohlen das Pickle mindestens 2 – 3 Wochen durchziehen zu lassen. Je länger umso besser.

Perfect timing. Zum Fest hat es dann den besten Geschmack!!!
Los geht’s:

Katharina’s Own Branston Pickle aka Ploughman’s Pickle

Zutaten

Sud:
285 g weicher brauner Zucker
375 ml Malt Vinegar/Malzessig (Apfelessig als Ersatz möglich)
2 TL Melasse (für die braune Farbe)
1 TL Salz
1 TL Cayenne Pfeffer
2 TL Senfsaat/Senfsamen (schwarz, wenn möglich, gelb ist ok)
2 TL Piment, gemahlen (Pulver)
3 Tomaten – geviertelt
1 Biozitrone, unbehandelte Zitrone – grob zerteilt

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Zitrone und Tomate für den Sud

Fleissarbeit: Gemüse klein würfeln (ca. 1 cm Würfel)
1 Wruke/Steckrübe/gelbe Kohlrübe (mittelgross) – gewürfelt (Ersatzweise 1 Kohlrabi)
4 Knoblauchzehen – fein gehackt
1 grosser Apfel oder 2 kleine Äpfel (sauer z.B. Granny Smith) – gewürfelt
85 – 100 g Datteln – klein geschnitten
1 Zwiebel – gewürfelt
1/4 Blumenkohl – klein geschnitten
1 Zucchini – gewürfelt
1 grosse oder 2 kleine Möhren (Ersatzweise 1 Hokkaidokürbis – gewürfelt)

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Gemüse klein gewürfelt

extra Flüssigkeit und Gewürz wenn benötigt:
1/2 Tasse Malzessig/Malt Vinegar/oder Apfelessig
Salz zum Abschmecken

Abbinden:
1/4 Tasse Wasser
2 TL Maisstärke

Zubereitung

Zucker, Melasse, Essig, Salz, Senfkörner, Piment, Cayenne Pfeffer, Zitrone und Tomaten in einem grossen Topf mischen und zum Kochen bringen. Hitze herunterregeln und für ca. 20 Minuten köcheln bis die Tomaten mürbe sind und die Zucker anfangen zu karamellisieren.

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Sud köcheln

Topf vom Herd nehmen und Zitrone heraussammeln.
Sollte zu viel Flüssigkeit verdampft sein, kann jetzt Essig hinzugefügt und mit Salz abgeschmeckt werden.
Den Sud nun mit einem Rührstab oder im Standmixer mixen bis die Sosse glatt und cremig ist.
Alle vorbereiteten Früchte und Gemüse in die Sosse mischen und zum Kochen bringen.

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Alle Zutaten mischen

Die Hitze runterdrehen und die Mischung 1 – 1,5 Stunden Köcheln lassen bis die Rübe und die Möhren glasig werden. Vom Herd nehmen. Stärke mit dem Wasser mischen und klumpenfrei einrühren. Auf dem Herd für weitere 10 Minuten leicht kochen lassen, so dass die Sosse eindickt. Vom Herd nehmen. In saubere Schraubgläser füllen und verschliessen.

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Süss-saures Fest!

Zum Einkochen Gläser aufrecht für 10 Minuten in einen Topf mit blubbernd kochendem Wasser stellen. (Einkochzeit beginnt erst, wenn das Wasser mit den Gläsern im Topf blubbernd kocht).
Gläser dann für 24 Stunden auskühlen und ruhen lassen. In dieser Zeit können die Deckel hell ploppen.
Danach sind die Pickle in den ungeöffneten Gläsern praktisch unbegrenzt haltbar. Geöffnete Gläser im Kühlschrank aufbewahren.

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’s ist als ob Engelein singen – Engelshaar – eine katalanische Spezialität

In diesem Jahr pflanzte ich das erste Mal den Feigenblatt-Kürbis, auch Cayote genannt, an. Neben seiner Robustheit haben mich auch Ihr Schutz gegen Schädlingsbefall für andere Pflanzen interessiert. Tipp: die harten, dornenartigen, Borsten an den langen Trieben, die ich um die Beete gelenkt habe, halten Fraßfeinde fern.


Ich werde Anzucht, Anbau und Ernte in einem eigenen Blogeintrag beschreiben.
Die Kürbisfrüchte werden groß und haben ausgereift eine dicke Schale. Dadurch kann der Kürbis lange gelagert werden. Junge unreife Früchte können als Gemüse zubereitet werden. Doch was tun mit den harten ausgereiften Kugeln?

Engelshaar – Cabell d’angel (katalanisch), Cabello de ángel (Spanisch)

ist eine Süßspeise, eher ein Konfekt als eine Marmelade, für die Fasern spezieller Kürbisarten karamellisiert werden. Sie wird auf Mallorca, Spanien und in manchen lateinamerikanischen Ländern gegessen, gerne auch als Füllung für Gebäck verwendet. Zur Herstellung eignen sich insbesondere der Riesenkürbis (Cucurbita maxima), der Feigenblatt-Kürbis (Cucurbita ficifolia) oder der Chayote (Sechium edule).

Zutaten

1 Kürbis (Feigenblattkürbis), Zucker im Verhältnis 1/1 zum Kürbisfleischgewicht, Stangenzimt, 1 unbehandelte (Bio-) Zitrone

Zubereitung

Kürbis vierteln oder achteln.

Kerne entfernen.

Kürbisteile in einen grossen Topf mit kochendem Wasser legen. So lange kochen bis das Fleisch weich ist und sich von der Schale löst. Kürbisteile abtropfen und abkühlen lassen. Mit einer Gabel das Fruchtfleisch von der Schale lösen.

Jetzt das Kürbisfleisch abwiegen. Gleiches Gewicht an Zucker unterrühren. Zitronenschale abreiben und Zitrone auspressen. Schale und Saft zur Kürbismasse hinzufügen.

Mit Zimtstange aufkochen. So lange kochen lassen bis der Zucker die Kürbisfasern karamellisiert.

Tipp

Cabell d´angel in Blätterteig hüllen und bei ca. 200°C für ca. 15 min im Ofen backen. Diese süße Leckerei nennt sich Bayonesa und ist in Spanien eine beliebte Nachspeise, aber auch beim süßen Frühstück gern gesehen.

Verführerisch wie einst im Garten Eden: Äpfel #5

Äpfel – bei uns ein neverending Thema.
Aus Zeitmangel konnte ich die Apfel- und Quittenernte in diesem Jahr vor der Fahrt zur Mosterei nicht abwiegen. Allein die Ernte hat in 2018 länger gedauert als in den Jahren zuvor.
In der Mosterei werden die Früchte in der Maschine gewaschen und per Förderband zur Obstmühle transportiert. Deshalb ist es wichtig fauliges Obst vorher auszusortieren. Das gemahlene Obst – die Maische – wird dann mit dem Druck von mehreren Tonnen gepresst. Auf der Bandpresse wird das Obst nach dem Einmaischen direkt auf das Band befördert und schonend zwischen Siebband und den Rollen in mehreren Stufen ausgepresst. Der frische Saft wird jetzt vom Pasteurisierer angesaugt und auf 78°C erhitzt. Nun wird der Saft in handliche „Bag in Box“ – Verpackungen abgefüllt. Der Saft ist ungeöffnet ein Jahr, nach dem Öffnen 3 Monate ungekühlt haltbar. Der so hergestellte Saft wird nicht mit Enzymen oder anderen Zusatzstoffen behandelt. – Natur pur!!!

Aus den Werten der Vorjahre habe ich das Verhältnis kg/L errechnet.
Hier die belegten Pflückmengen der vorigen Jahre:
2016: 264 kg Äpfel, ergab 140 L Saft (1,88 kg/L)
Quitten nicht notiert, da die Mosterei in diesem Jahr keine Quitten annahm.
2017: 90 kg Äpfel + 55,7 kg Quitten, ergab 97 L Saft (1,5 kg/L)

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In 2018 haben wir einen Ertrag von
190 L Apfelsaft = geschätzte 361 kg (1,9 kg/L)
53 L Quittensaft = geschätzte 79,5 kg Quitten (1,5 kg/L)

Ein zweiter Termin bei der Mosterei steht noch für eine Resterntemenge an.
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Nicht alle Äpfel können zur Mosterei gebracht werden. Im Hinblick auf die Haltbarkeit des Saftes empfielt es sich wurmstichige und stark angekitschtes Fallobst auszusortieren. Ausserdem haben wir noch einige Kilo des Lagerapfels beiseite genommen.
Wie nun solche Mengen weiter verarbeiten?
Immer wieder lecker ist einfach ein Blechkuchen aus Hefeteig und Streuseln obendrauf.
Im Kühlregal des Supermarktes weckte letztens ein „Strudelteig Filoteig Yufkateig“ meine Neugierde. Jedoch hatte ich keine Ahnung, wie und was damit tun. Angesichts der nicht zu versiegen scheinenden Apfelmenge, wagte ich mich an einen Apfelstrudel, der auch ganz gut gelang.
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Apfelstrudel aus Filoteig Yufkateig
3 – 4 Äpfel
3 – 4 Blätter Yufkateig
1/2 Zitrone
1 TL Zimt
1 TL Vanillezucker (Hmmm… mit echter Bourbonvanille)
1 EL Mehl
20g Butter (flüssig)
150g Zucker
80g Rosinen (ich hab sie vorher in Überseerum eingelegt)
1 Ei
2-3 EL Milch
Puderzucker

Ofen auf 220°C vorheizen. Backzeit 20 – 25 Minuten.

Äpfel schälen, viertel, entkernen, in schmale Spalten schneiden, Zitrone drüber träufeln.
Zimt, Zucker, Mehl, Rosinen untermischen. Vanillezucker drüber streuen.
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Teigblatt auf Backpapier (Backblech) legen und mit flüssiger Butter bestreichen. Weiteres Teigblatt auf das gebutterte legen und wieder buttern, usw.
Die Apfelmischung dann entlang einer Längsseite der Teigblätter verteilen.


Jetzt die Füllung in den Teig wickeln. Die Rollenenden durch zuklappen verschliessen. Die Teigrolle mit der Ei-Milchmischung bestreichen.
Jetzt auf die mittlere Schiene in den Ofen.


Abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen. Hmmm, lecker!

 

Zitronenpelargonie – Natürlicher Mückenschutz für Balkon und Terrasse

Jahrelang war ich auf der Suche nach einem natürlichen Mückenschutz, um mich auch bei und nach dem Sonnenuntergang auf der Terrasse aufhalten zu können. Mücken schwärmen für meinen Körpergeruch und der Mann hat in meiner Gegenwart nichts von den Plagegeistern zu befürchten. Einige chemische Sprays bieten guten Schutz, jedoch verströmen die meist auch für mich einen unangenehmen Geruch. Außerdem: Chemie auf der Haut hinterlässt immer auch ein mulmiges Gefühl.
Nach zwei Sommern mit Zitronenpelargonie auf der Terrasse kann ich nun Positives berichten. Die Pflanzen verströmen einen leicht zitronigen Geruch, bekommen ab dem 2. Jahr niedliche kleine rosa Blüten und, das Wichtigste: Stechmücken und auch Fliegen mögen den für uns angenehmen Zitronenduft gar nicht.

Die Zitronenpelargonie lässt sich neben ihrem Nutzen als Mückenvertreiber und Duftspender als Würzmittel verwenden.
Ihre feingehackten Blätter können Süßspeisen (Kuchen, Salate, Getränke, Marmelade) beigemischt oder getrocknet als Tee aufgegossen werden. Und ihr ätherisches Öl wirkt auf der Haut antibakteriell und entzündungshemmend.

Die Zitronenpelargonie wird im deutschen Sprachgebrauch auch als Duftgeranie bezeichnet. Sie gehört jedoch, botanisch korrekt, zu den Pelargonien (Pelargonium) und ist eine Sorte der Duftpelargonien. Im Freiland kommt die Zitronenpelargonie mit viel Sonne und sowohl wenig Wasser als auch mit starken Niederschlägen gut zurecht und gedeiht in ihrer Heimat zu üppig wachsenden Sträuchern. Reibt man die Blätter der Zitronenpelargonie zwischen den Fingern, verströmt sie einen angenehmen zitronigen Duft.
Duftpelargonien mögen gut durchlässige Böden, gerne auch Balkonblumenerde. Sie vertragen auch einmal Trockenheit und sollten regelmäßig in Form geschnitten werden. An einem hellen, frostfreien Ort bei wenig Luftfeuchtigkeit können sie überwintert werden. Wird die Zitronenpelargonie zu warm überwintert, zieht die Pflanze Läuse und kleine Fliegen an. Bei kalter Überwinterung können die Temperaturen zwischen 5° C und 15° C liegen. Je kühler der Standort, umso weniger Licht ist erforderlich. Eine kühle Überwinterung fördert im Sommer die Blüte.

Überwinterung von Oktober bis Mai
lange Triebe einkürzen, alte Blätter und Blüten entfernen, an 5 bis 10 °C kühlen und hellen Platz stellen, regelmäßig überprüfen und ggf. leicht gießen
Ab Mai können die Duftgeranien ausziehen.
langsam mehr gießen, leicht düngen, auf 10 cm herunterschneiden, ggf. umtopfen.
Falls sich im Winter Blütenknospen bilden, sollten diese ausgebrochen werden. Ansonsten rauben sie der Duftgeranie zu viel Kraft.
Ein Rückschnitt beziehungsweise die Ernte der aromatischen Blätter ist immer möglich und fördert den Neuaustrieb und die Verzweigung.

Verführerisch wie einst im Garten Eden: Äpfel #4

Hier nun endlich Rezept Nr. 4 meiner diesjährigen Lieblings-Apfel-Verarbeitungsmethoden. Wir haben noch geschätzte 200 kg Äpfel übrig. Die kommen morgen wahrscheinlich alle zur Mosterei. So bekommen wir auch noch unseren eigenen Apfelsaft: der ist köstlich und reicht bis zur nächsten Ernte.

Beim Apfelkompott gilt das Gleiche wie auch beim Apfelsaft: durch die Mischung verschiedener Apfelsorten wird ein ausgesprochen vielschichtiges Geschmackserlebnis erzielt.Apfelsorten

Karamellisiertes Apfelkompott #4

Für 5 Gläser á 400 ml

2,5 kg säuerliche Äpfel
2 Bourbon-Vanilleschoten
2 Zitronen
150 g Zucker

Die Äpfel waschen, schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen.
Apfelviertel nochmals längs halbieren und in kleine Stücke scheiden. Die Vanilleschoten längs aufschneiden, das Mark herauskratzen und die Schoten in 4 Stücke schneiden.

800 ml Wasser abmessen. Die Zitronen auspressen und den Saft zum Wasser geben. Den Zucker in einem grossen Topf bei starker Hitze mittelbraun karamellisieren. Die Äpfen dazugeben, unterrühren und alles mit dem Zitronenwasser ablöschen. Vanillemark und Schotenstücke unterrühren.

Die Äpfel je nach Sorte und Konsistenz unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze 15 – 25 Minuten kochen, bis sie halb zerfallen sind.
Den Backofen auf knapp 100°C vorheizen, 2 Liter Wasser aufkochen.

Das Apfelkompott bis 3 cm unter den Rand in die Gläser füllen und sofort verschliessen. Das hohe Blech halb auf die untere Schiene in den Ofen schieben, die Gläser daraufstellen und das kochend heisse Wasser angiessen. Das Blech ganz einschieben, die Ofentür schliessen.
Das Apfelkompott ca. 40 Minuten einkochen, herausnehmen und abkühlen lassen.
Kühl und dunkel aufbewahren.

Echter Lavendel (Lavandula Angustifolia)

Von unserem wundervollen Lavendelbeet habe ich bereits vorher schon geschwärmt.
https://wordpress.com/post/gartentricks.wordpress.com/358

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Beim Anlegen des Beetes habe ich noch mit Lavendelpflanzen aus verschiedenen Bezugsquellen experimentiert. Wir hatten noch zwei Lavendelpflanzen aus unserem vorherigen Garten mitgebracht, zwei beim Kauf herrlich aussehende Lavendelpflanzen hatte ich im Baumarkt mitgenommen und 5 unscheinbare Jungpflänzchen lies ich mir von einer Baumschule schicken.
Im ersten Jahr wurden die Altpflanzen, da teilweise verholzt, streng zurückgeschnitten. Die Baumarktpflanzen standen prächtig buschig und die kleinen Jungpflanzen kamen in die erste Reihe, ganz vorne im Beet. Nach der ersten Blüte und im Spätherbst werden die Pflanzen zurückgeschnitten, so blühen sie zwei Mal im Sommer und kommen später gut über den Winter. Ein regelmäßiger Rückschnitt sorgt für ein gesundes Wachstum und wirkt einem Verkahlen entgegen.
Schon im zweiten Jahr zeigte sich der Unterschied von Baumarkt und Baumschule: die im Vorjahr noch prächtigen Lavendel, wirkten nun spirrelig und fielen auseinander. Die kleineren Baumschulen-Pflänzchen entwickelten sich stattlich und zeigten einen festen kompakten Wuchs. Alle Lavendelpflanzen in dem Beet blühten den ganzen langen Sommer und lockten viele bunte Schmetterlinge und andere verschiedene Insekten an.

Ich pflücke regelmässig einige Blüten-Rispel und verwende die winzigen Blütchen zum Würzen von Fruchtgelee und von Speisen.


Echter Lavendel (Lavandula Angustifolia), Kleiner Speik

Der Wuchs des echten Lavendel ist durch eine Höhe in der Regel 30-50cm, aber auch vereinzelt bis zu 80 cm, mit buschiger Form gekennzeichnet. Die Blütenfarbe ist dunkelviolett. Der Blütenduft ist besonders intensiv, süß und vielschichtig.
Die Blätter sind grün mit einem blauen Schimmer, leicht vierkantig und sind ebenfalls mit ätherischem Öl durchzogen.
Der Lavandula Angustifolia ist die einzig echte winterharte Lavendelart und unter bestimmten Voraussetzungen auch in Deutschland winterfest.

Lavendel Pflege

Anpflanzen
Sonniger Standort und einen kalkhaltigen, kiesigen / steinigen oder sandigen Boden. Wichtig ist bei der Pflanzung der Abstand zur nächsten Pflanze, denn Lavendel benötigt Luft um bei Feuchtigkeit besser trocknen zu können.
Vermehren von Lavendel
Besser als die Anzucht aus Samen eignet sich beim Lavendel durch Stecklinge vermehren. An Stecklinge zu gelangen ist einfach. Meist kann dazu auch der Verschnitt genutzt werden, der beim Rückschnitt im Frühjahr und im Herbst anfällt. Der Zeitpunkt für das Setzen von Stecklingen spielt keine Rolle. Der Spätsommer bringt jedoch den Vorteil, dass die Stecklinge im nächsten Frühjahr vielleicht sogar schon in ein Beet ausgepflanzt werden können.
Die beste Chance haben die Stecklinge, die nicht abgeschnitten, sondern aus der Mutterpflanze herausgebrochen werden. Natürlich muss dabei aufgepasst werden, dass die Pflanze keinen ernsten Schaden nimmt. Man sucht sich einen passenden Steckling von ca. 15 cm aus und bricht diese in Richtung Wurzel aus dem Haupttrieb heraus. Und zwar so, dass etwas Holz vom Haupttrieb mit herausgebrochen wird. Anschließend streift man die unteren Blätter des Zweiges ab und setzt die Stecklinge ca. 10 cm tief in geeignete Erde. Stecklinge werden bevorzugt in kleine Töpfe gepflanzt, wo sie geschützt reifen können. Entweder einzeln oder in Paaren (3-5 Stecklinge). Bei mehreren in einem Topf muss auf genügend Abstand geachtet werden, damit sich die Wurzeln nicht gegenseitig behindern. In der Regel bilden sich nach spätestens acht Wochen die ersten Wurzeln, womit die Stecklinge auch in einzelne Töpfe gepflanzt werden sollten. Stecklinge die Ende März gesetzt werden, können spätestens im Mai (nach den Eisheiligen) ins Freiland gepflanzt werden. Wer seine Lavendelstecklinge im Spätsommer/Herbst auspflanzen möchte, sollte diese mit Plastikfolie abdecken und so vor den Winter schützen. Tipp: Verholzte Pflanzenteile eigen sich nicht mehr für die Vermehrung über Stecklinge.

Den Lavendel Teilen
Lavendel lässt sich ziehen, indem er einfach geteilt wird. Entweder wird er dazu aus seinem Beet ausgegraben oder aber die Gelegenheit des Umtopfens genutzt. Dabei braucht man den Lavendel lediglich bis zur Wurzel in zwei Stücke zu teilen. Anschließend kann er wieder an der gleichen Stelle eingegraben werden. Der beste Zeitpunkt für das Teilen von Lavendel ist im Herbst.

Lavendel mit Absenker vermehren
Auch das Vermehren über Absenker funktioniert recht einfach. Dazu wird im Frühjahr ein langer Zweig auf den Boden gedrückt und an der Stelle wo er ihn berührt, eine ca. 10 cm tiefe Furche gegraben. Anschließend wird der Zweig von oben nach unten auf einer Länge von ebenfalls 10 cm von Blättern befreit und in die Furche gesteckt. Nach dem Zugraben kann der Absenker behelfsmäßig mit einem Draht am Boden fixiert werden. Im Herbst kann durch leichtes Beiseiteschieben von Erde geprüft werden, ob der Absenker Wurzeln gebildet hat. Wenn ja, ob er auch von den Wurzel gehalten wird. Dass lässt sich durch leichtes Ziehen herausfinden. Im dem Fall kann der Absenker mit einem Schnitt von der Mutterpflanze getrennt und im Frühjahr umgepflanzt werden. Haben sich bis zum Herbst noch keine Wurzeln gebildet, besteht immerhin bis zum Frühjahr noch eine Chance dazu.

lavendel-stecklinge

Lavendel schneiden

Wie schneidet man richtig, wann, wie kurz, welcher Schnitt und Schere, warum, welche Fehler und was tun mit dem Lavendel-Verschnitt.
Lavendel neigt als Strauchgewächs der Lippenblütler zur Verholzung von unten herauf und manch Gärtner stört sich optisch daran. Daraus hat sich zur Pflege der Formschnitt im Frühjahr und Sommer entwickelt.
Warum Schneiden?
Optische Pflege und Formschnitt, Verjüngung. Jedoch m.E. nachteilig für Qualität der Wirkstoffe der Pflanze.
Wann Schneiden?
Nach dem letzten Frost und vor dem Austreiben. Je nach Lage und Wetter des jeweiligen Jahres. In Deutschland meist Ende März/Anfang April und Mitte Juli bis Anfang August.
Wie kurz Schneiden?
Im Frühjahr i.d.R. ein Drittel bis zwei Drittel. Im Sommer ein Drittel bis zur Hälfte. Jüngerer Lavendel kürzer und älterer Lavendel weniger stark schneiden.
Verschneiden
Hauptsächlich drei typische Fehler:
1. zu tief ins alte Holz,
2. zu später Schnitt im Sommer,
3. zu früher oder zu später Schnitt im Frühjahr.
Schnitt
Den ganzen Strauch gleichmäßig. Zur Ernte 10 cm unterhalb der blühenden Rispel.
Schere
Übliche Rosenschere im Frühjahr und Heckenschere im Sommer.
Verschnitt
Zahlreiche Einsatzarten, von Mulch über Pellets bis hin zu Baumaterial.

Wann Schneiden?
Je nach Lage (Klima) und Wetter des jeweiligen Jahres ergibt sich immer ein leicht anderer idealer Zeitpunkt für den Schnitt des Lavendels. Im Frühjahr gilt generell, dass kein Frost mehr drohen darf, aber man noch vor dem Austreiben schneiden sollte. Im Sommer sollte dem Lavendel noch genügend Kraft für eine zweite Blüte belassen werden. Ein Schnitt noch deutlich vor dem Verblühen ist also von Vorteil.

Quitten- Früchte wie ein Stilleben

Unser kleiner Quittenbaum stand schon auf der Obstwiese als wir vor Jahren in das Haus zogen. Und er war seither jeden Sommer voller wunderschöner weiss-rosa Blüten (fast so perfekt wie die sich daraus bildenden Früchte). Eine echte Bienenweide. Im Herbst erfreute er uns bisher auch immer mit einer reichlichen Ernte.
Einen Teil der Ernte verarbeite ich zu Quittengelee, Quitten süß-sauer und Pochierte Quitten. Den grösseren Anteil bringen wir zur Mosterei, wo wir unseren Quitten- und Apfelsaft, frisch zentrifugiert, kurz hocherhitzt, dann in Behälter abgefüllt direkt mitnehmen können.
Das Rezept für Pochierte Quitten habe ich grade das erste Mal ausprobiert.

Hier ist das Rezept:

Pochierte Quitten

für 4-5 Einmachgläser á ca 400ml
1 unbehandelte Zitrone
1 Vanilleschote
150 ml trockener Weisswein
200 g Zucker
150 g Honig
1 Zimtstange
1,2 kg Quitten

Zubereitung

Zeitaufwand:
25 min plus
50 min Garzeit

Zitrone heiß waschen und vierteln, ggf Kerne entfernen.
Vanilleschote aufschlitzen, längs halbieren.
Den Weisswein mit 1,5 l Wasser, Zucker, Honig, Zimt und Zitrone im Topf aufkochen.
Inzwische Quitten abreiben, schälen, vierteln, vom Kerngehäuse befreien.
Die Hitze reduzieren, Quitten in simmernden, nicht mehr kochenden, Pochier- Sud einlegen und zugedeckt in ca 50 min unterhalb des Siedepunkts garziehen lassen.
Garzeit variiert je nach Grösse etwas.
Die Quitten sind fertig, wenn sie sich mit einem spitzen Messer leicht einstechen lassen.
Quitten noch heiß in saubere Einmachgläser geben, mit dem Pochiersud auffüllen und verschliessen.

Meine Garten-Entdeckungen 2018: 3.) Pohjola Gurke

3.) Pohjola Gurke

ist eine alte finnische Landsorte, die ihren Namen vom mythischen Ort „Nordland“ (Pohja) herleitet. Sie bringt auch in kühlen Sommern eine gute Ernte. Freie Sorte.
Jung geerntet als Einlegegurke, später Salatgurke und voll ausgereift als Schmorgurke.
Robust und kältetolerant, gute Freilandsorte. Reichliche Ernte.

Voranzucht: Ende Apr. oder Aussaat: Anfang Mai, 100 x 30.